Ein Museum für Arbeiten auf Papier
© photo Julien Gremaud


Ein Museum für Arbeiten auf Papier

« Das Museum ist eine dauerhafte Einrichtung, die keinen Gewinn erzielen will, öffentlich zugänglich ist und im Dienst der Gesellschaft und deren Entwicklung steht. Sie erwirbt, bewahrt, erforscht, präsentiert und vermittelt das materielle und immaterielle Erbe der Menschheit und deren Umwelt zum Zweck von Studien, Bildung und Genuss. » Definition des International Council of Museums, ICOM, 2007.

Zweites Kunstmuseum des Kantons Waadt

Die Aufgabe unseres Museums besteht darin, zu bewahren, die Sammlungen zu bereichern, zu inventarisieren, zu lagern, zu studieren, zu restaurieren, aufzuwerten, auszustellen und an künftige Generationen weiterzugeben.
Das Museum Jenisch Vevey bewahrt eine bedeutende Sammlung von Werken auf Papier – Druckgrafiken (35 000), Zeichnungen (10 000), aus allen Perioden, das heisst 95% seines Bestands – und eine Gemäldesammlung (1 300 Bilder).

Cabinet cantonal des estampes

Das Cabinet cantonal des estampes (Kantonales Druckgrafik-Kabinett) entsteht in mehreren Etappen. Eine wichtige Rolle spielen insbesondere Künstler und bedeutende Sammler, aber auch die Eröffnung des der Fotografie gewidmeten und von Florian Rodari geleiteten Musée de l’Élysée in Lausanne im Jahr 1980. Nach der Gründung des Cabinet cantonal des estampes durch den Staatsrat im Jahr 1986 wird es 1987 dank Bernard Blatter, dem damaligen Direktor, der von den Präsidenten der Fondation William Cuendet & Atelier de Saint-Prex unterstützt wird, in das Musée Jenisch verlegt und am 11. April 1989 eröffnet. Mit mehr als 35 000 Werken von der Renaissance bis zur Gegenwart vereint das Cabinet cantonal des estampes drei öffentliche und drei von zwei Stiftungen und einem Verein deponierte Sammlungen: die Druckgrafik-Sammlungen des Kantons Waadt und der Stadt Vevey, den Druckgrafik-Bestand von Professor Decker, die Fondation William Cuendet & Atelier de Saint-Prex, die Fondation Pierre Aubert und die Sammlung des Musée Alexis Forel. Sie alle tragen durch ihre Grosszügigkeit und ihr Vertrauen zur Aufwertung der Druckkunst in unserem Museum bei, das heute neben Genf, Basel und Zürich zu den fünf wichtigsten Druckgrafik-Kabinetten der Schweiz zählt. In 30 Jahren wurden im Musée Jenisch nicht weniger als 100 Ausstellungen zur Druckgrafik organisiert.

Programm

Das Musée Jenisch widmet sich der Inwertsetzung von Arbeiten auf Papier aus den von ihm bewahrten Sammlungen. So rücken die Ausstellungen Druckgrafiken und Zeichnungen in den Vordergrund. Im Erdgeschoss finden die Wechselausstellungen statt, während im ersten Stock die Dauerausstellung untergebracht ist, in der Gemälde von Bocion, Corot, Courbet, Hodler, Vallotton, Picasso, Morandi, Palézieux und vielen anderen zu sehen sind.
Der Pavillon de l’Estampe (Pavillon de Druckgrafik), ein zentraler Raum im ersten Stock, bietet drei Wechselausstellungen pro Jahr mit einer breiten Werkauswahl an: alte und zeitgenössische Druckgrafiken, Sonderthemen, monografische Ausstellungen, ausgewählte Arbeiten aus den Beständen usw.
Ein weiterer Bereich des ersten Stocks ist dauerhaft dem expressionistischen Künstler Oskar Kokoschka gewidmet, dessen Stiftung im Musée Jenisch untergebracht ist. Dort wird jedes Jahr eine Wechselausstellung gezeigt.
Alle zwei Jahre findet im Museum eine Ausstellung des Festival Image statt.