Lemancolia
Gustave Courbet, Le Château de Chillon (détail), 1874, huile sur toile, 86 x 100 cm, Musée Gustave Courbet, Ornans, dépôt de la Ville d’Ornans
© Musée Gustave Courbet, Ornans, photo Pierre Guénat


Lemancolia

Künstlerischer Streifzug entlang des Genfersees

21. Juni bis 13. Oktober 2013

Der Genfersee, dem auch die Rolle der ersten erkennbaren Landschaft der Kunstgeschichte (Konrad Witz, Der wunderbare Fischzug, 1444) zugeschrieben wird, erlangte als Motiv über die Jahrhunderte hinweg einen aussergewöhnlichen Erfolg mit überraschenden Ausprägungen. Dieser weite, mitten in Europa und auf dem Weg nach Italien gelegene See eröffnet dem Reisenden zweierlei Sichtweisen: Von den umliegenden Höhen aus gesehen vermitteln die gut wahrnehmbare Erdkrümmung und die Verbindung von Wasser und Land den Eindruck einer «Weltlandschaft» (Turner, Hodler, Kokoschka, Duchamp). In diesem «Spiegel der Welt» wird zugleich ein «Spiegel des Menschen» sichtbar: Ab der Renaissance, besonders aber während der Romantik wird der Genfersee zum Spiegel der menschlichen Seele und somit zu einem unermesslichen Reservoir an Melancholie (Shelley, Corot, Courbet, Vallotton, Hergé, Godard). Weltspiegel und Seelenspiegel: Die Ausstellung, die als eine Art künstlerischer Streifzug durch eine einzigartige Landschaft konzipiert wurde, gliedert sich in diese beiden Facetten.